Dieser Artikel basiert auf einem Vortrag, den ein Bruder kürzlich an einem unserer Logenabende zu diesem Thema gehalten hat.
Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig ist eines der bekanntesten Kulturdenkmale Europas und besitzt unzählige freimaurerische Symbole.
An welches Ereignis soll das Völkerschlachtdenkmal erinnern?
Vom 16. bis 19. Oktober 1813 war Leipzig Schauplatz der Völkerschlacht. Die verbündeten Heere Russlands, Preußens, Österreichs und Schwedens errangen dabei den entscheidenden Sieg über Napoleon und dessen Alliierte auf deutschem Boden. Kurze Zeit nach der Schlacht wurden Forderungen nach einem Denkmal formuliert – das sogenannte „Völkerschlachtdenkmal".
Worin lagen die Anfänge für die Planung?
Die Verwirklichung der Idee wurde durch den Freimaurer und Architekten Clemens Thieme (1861 bis 1945) verwirklicht. 1888 wurde er in die Leipziger Johannisloge „Apollo" als Freimaurer aufgenommen. Thieme gab den entscheidenden Impuls für den Bau. 1894 verpflichtete sich Thieme bei einem Clubabend auf Maurerwort, ein Mahnmal für die Völkerschlacht zu errichten. Thieme versammelte engagierte Mitstreiter für das Projekt „Völkerschlacht-National-Denkmal". Bemerkenswert ist der wichtige Beitrag vieler Leipziger Freimaurer, insbesondere Brüder der Loge Apollo für die Verwirklichung der Vision eines Denkmals. Anders als den Initiativen vor ihm, gelang es Thieme die Finanzierung seines Projekts zu sichern.
Die Grundidee sah vor, 2,5 Millionen Goldmark geschätzten Baukosten des Denkmals durch die Beitragseingänge der künftigen Mitglieder des sogenannten „Patriotenbundes" einzuwerben. Das sind nach heutigem Maßstab umgerechnet ca. 25 Millionen Euro.
1894 initiierte Thieme die Gründung des „Deutschen Patriotenverbundes" und organisierte die Finanzierung des Denkmalbaus. Im Oktober 1900 hatten sich deutschlandweit 6000 Vereine zu ständigen Sammlungen zugunsten des Denkmals verpflichtet.
Wie gestaltete sich der Bauprozess?
Der Baubeginn markierte die feierliche Grundsteinlegung am 18. Oktober 1900. Eine zwei Meter starke und 70x80m messende Betonplatte diente als Fundament. Dank modernster Maschinen, wie Lokomobilen, mit Elektromotoren betriebener Steinwinden und Aufzüge, einer Betonmischmaschine und mehrerer Pumpen, waren durchschnittlich nicht mehr als 40 Arbeiter auf der Baustelle nötig. Die enormen Betonmassen brachten auch logistische Herausforderungen mit sich. So wurden die täglich benötigten 140 Kubikmeter Kies via 1,5 km langer Seilbahn über den Südfriedhof hinweg an die Baustelle transportiert.
Am 13. Mai 1912 wurde der Schlussstein auf 91m Höhe gelegt und am 18. Oktober 1913 das Denkmal anlässlich der Hundertjahrfeier der Völkerschlacht eingeweiht.
Woran erkennt man die freimaurerischen Symbole und wie sind sie zu deuten?
Wenn Sie weiteres Interesse haben, besuchen Sie gerne unsere Gästeabende und lernen mehr darüber kennen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in unserem Logenhaus.

Verfasst von
Loge Zum schwarzen Adler
Die Johannisloge "Zum schwarzen Adler" wurde am 10. Mai 1924 in Berlin gegründet und gehört zur Großen National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln".
